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Dienstag, 28. Juli 2026

Himmelstempel in Peking: Architektur, Bedeutung und Besuch

Der Himmelstempel gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Pekings. Die weitläufige Anlage verbindet eindrucksvolle Architektur mit jahrhundertealten Ritualen und einer streng durchdachten Symbolik. Hier beteten die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien für gute Ernten und erbaten den Beistand des Himmels.

Besonders bekannt ist die kreisrunde Halle der Erntegebete mit ihren drei tiefblauen Dächern. Doch der Himmelstempel besteht nicht nur aus diesem einen Bauwerk. Altäre, Hallen, Mauern, Tore und alte Baumbestände bilden gemeinsam eine rund 273 Hektar große Anlage.

Halle der Erntegebete im Himmelstempel in Peking
Die Halle der Erntegebete im Himmelstempel in Peking

Himmelstempel in Peking: die wichtigsten Fakten

  • Chinesischer Name: 天坛, Tiāntán
  • Erbauungszeit: 1406 bis 1420
  • Auftraggeber: Kaiser Yongle, Zhū Dì
  • Lage: Bezirk Dongcheng im Süden Pekings
  • Gesamtfläche: rund 273 Hektar
  • UNESCO-Welterbe: seit 1998
  • Ursprüngliche Funktion: kaiserlicher Opferplatz und Gebetsstätte
  • Bekanntestes Bauwerk: Halle der Erntegebete

Wo befindet sich der Himmelstempel?

Der Himmelstempel liegt im südlichen Teil des Pekinger Stadtzentrums, im heutigen Bezirk Dongcheng. Die historischen Gebäude sind von einer weitläufigen Parkanlage mit alten Zypressen und Pinien umgeben.

Vom Stadtzentrum aus lässt sich der Himmelstempel gut mit der Pekinger U-Bahn erreichen. Für viele Besucher bietet sich der Osteingang in der Nähe der Station Tiantandongmen der Linie 5 an. Je nach geplanter Route sind auch die Zugänge an der Süd- oder Westseite sinnvoll.

Wann wurde der Himmelstempel erbaut?

Die Tempelanlage entstand zwischen 1406 und 1420 während der Regierungszeit des Ming-Kaisers Yongle. Derselbe Kaiser ließ auch die Verbotene Stadt in Peking errichten und verlegte die chinesische Hauptstadt dauerhaft nach Norden.

In den folgenden Jahrhunderten wurde der Himmelstempel mehrfach erweitert und verändert. Unter Kaiser Jiajing entstanden im 16. Jahrhundert weitere wichtige Bestandteile, darunter der kreisförmige Himmelsaltar. Während der Qing-Dynastie wurde die Anlage erneut renoviert und architektonisch weiterentwickelt.

Der Name „Himmelstempel“ ist aus europäischer Sicht etwas irreführend. Es handelt sich nicht um einen einzelnen Tempel, sondern um eine ausgedehnte kaiserliche Kult- und Opferstätte mit mehreren Hallen, Altären und Zeremonialwegen.

Welche Bedeutung hatte der Himmelstempel?

Nach traditioneller chinesischer Vorstellung galt der Kaiser als „Sohn des Himmels“. Seine Herrschaft wurde als himmlischer Auftrag verstanden. Damit trug er nicht nur politische Verantwortung, sondern musste auch die symbolische Verbindung zwischen Himmel und Erde aufrechterhalten.

Zu festgelegten Zeiten zog der Kaiser mit seinem Gefolge von der Verbotenen Stadt zum Himmelstempel. Dort bereitete er sich unter strengen Regeln auf die Zeremonien vor. Er fastete, trug besondere Gewänder und brachte dem Himmel Opfergaben dar.

Zu den wichtigsten Ritualen gehörten die Gebete für eine gute Ernte und die Zeremonie zur Wintersonnenwende. Fehler während des Rituals galten als schlechtes Vorzeichen für das gesamte Reich. Entsprechend genau waren Ablauf, Musik, Kleidung und Opfergaben vorgeschrieben.

Der Himmelstempel war daher weit mehr als eine religiöse Anlage. Er machte den Anspruch des Kaisers sichtbar, als Vermittler zwischen der irdischen und der himmlischen Ordnung zu handeln.

Warum gehört der Himmelstempel zum UNESCO-Welterbe?

Der Himmelstempel wurde 1998 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Die UNESCO würdigt ihn als ein Meisterwerk der Architektur und Landschaftsgestaltung.

Seine Bedeutung beruht insbesondere auf drei Aspekten:

  • Die Anlage veranschaulicht zentrale Vorstellungen der traditionellen chinesischen Kosmologie.
  • Ihre symbolische Gestaltung beeinflusste über Jahrhunderte die Architektur und Stadtplanung in Ostasien.
  • Sie dokumentiert die religiöse und politische Rolle des chinesischen Kaisers als „Sohn des Himmels“.

Der Himmelstempel gilt heute als die größte erhaltene kaiserliche Anlage für Opferzeremonien zu Ehren des Himmels.

Wie ist der Himmelstempel aufgebaut?

Die Anlage ist von einer doppelten Mauer umgeben und in einen inneren und einen äußeren Bereich gegliedert. Die wichtigsten Zeremonialbauten befinden sich im inneren Teil.

Auch die Form der Umfassungsmauer folgt einer symbolischen Ordnung:

  • Der nördliche Teil ist abgerundet und steht für den Himmel.
  • Der südliche Teil ist rechteckig und symbolisiert die Erde.

Diese Gestaltung beruht auf der alten chinesischen Vorstellung: „Der Himmel ist rund, die Erde ist eckig.“

Die wichtigsten Gebäude liegen auf einer Nord-Süd-Achse. Zu ihnen gehören:

  1. die Halle der Erntegebete,
  2. das Kaiserliche Himmelsgewölbe mit der Echomauer,
  3. der kreisförmige Himmelsaltar.

Die Bereiche sind durch die etwa 360 Meter lange Danbi-Brücke miteinander verbunden. Trotz ihres Namens handelt es sich nicht um eine Brücke über einen Fluss, sondern um einen erhöhten Zeremonialweg.

Halle der Erntegebete (祈年殿, Qíniándiàn)

Die Halle der Erntegebete ist das bekannteste Bauwerk des Himmelstempels und eines der Wahrzeichen Pekings.

Das kreisrunde Gebäude steht auf einer dreistufigen Terrasse aus weißem Marmor. Drei übereinanderliegende, mit tiefblauen Glasurziegeln gedeckte Dächer lassen die Halle besonders leicht und harmonisch erscheinen. Das Blau verweist auf den Himmel.

In dieser Halle betete der Kaiser zu Beginn des landwirtschaftlichen Jahres für eine gute Ernte. Die Architektur sollte dabei die kosmische Ordnung widerspiegeln.

Wurde die Halle der Erntegebete ohne Nägel gebaut?

Die Halle besteht aus einer komplexen traditionellen Holzkonstruktion. Säulen, Balken und hölzerne Verbindungselemente tragen die Dächer. Die Konstruktion kommt weitgehend ohne metallische Nägel aus und zeigt die hohe handwerkliche Präzision der damaligen Zimmerleute.

Im Inneren tragen insgesamt 28 große Holzsäulen das Bauwerk. Ihre Anordnung besitzt eine symbolische Bedeutung:

  • Vier zentrale Säulen stehen für die vier Jahreszeiten.
  • Zwölf weitere Säulen symbolisieren die zwölf Monate.
  • Zwölf äußere Säulen verweisen auf die traditionellen chinesischen Doppelstunden.

Die 24 mittleren und äußeren Säulen werden außerdem mit den 24 Abschnitten des traditionellen chinesischen Sonnenkalenders in Verbindung gebracht.

Brannte der Himmelstempel 1889 ab?

Nicht der gesamte Himmelstempel brannte ab. Ein Blitzschlag setzte 1889 die Halle der Erntegebete in Brand und zerstörte das hölzerne Gebäude.

Die Halle wurde anschließend nach ihrem historischen Vorbild wiederaufgebaut. Das heutige Bauwerk entspricht deshalb weitgehend der ursprünglichen Gestaltung, stammt in seiner jetzigen Substanz jedoch aus der Zeit nach dem Brand.

Das Kaiserliche Himmelsgewölbe und die Echomauer

Südlich der Halle der Erntegebete befindet sich das Kaiserliche Himmelsgewölbe, chinesisch 皇穹宇 – Huángqióngyǔ. Das kleinere kreisrunde Gebäude erinnert mit seinem blauen Dach an die große Gebetshalle.

Im Himmelsgewölbe wurden die Tafeln aufbewahrt, die bei den Zeremonien am kreisförmigen Himmelsaltar eine wichtige Rolle spielten.

Das Gebäude ist von einer kreisförmigen Mauer umgeben. Diese sogenannte Echomauer besitzt besondere akustische Eigenschaften: Geräusche können unter günstigen Bedingungen entlang der glatten Mauer weitergeleitet werden.

Wer die Wirkung ausprobieren möchte, sollte möglichst früh kommen. Bei vielen Besuchern und starken Hintergrundgeräuschen ist der akustische Effekt kaum wahrnehmbar.

Der kreisförmige Himmelsaltar

Der kreisförmige Himmelsaltar, chinesisch 圜丘坛 – Huánqiūtán, bildet den südlichen Höhepunkt der zentralen Achse. Er besteht aus drei übereinanderliegenden runden Marmorterrassen und wurde für die Zeremonien zur Wintersonnenwende genutzt.

Anders als bei der Halle der Erntegebete steht auf dem Altar kein geschlossenes Gebäude. Der Kaiser vollzog das Ritual unter freiem Himmel, wodurch die direkte Verbindung zum Himmel symbolisiert wurde.

Im Zentrum der obersten Terrasse liegt eine runde Steinplatte, die häufig als „Herz des Himmels“ bezeichnet wird. Wer auf dieser Platte spricht oder in die Hände klatscht, kann eine leichte Verstärkung des Schalls wahrnehmen.

Die Kaiserliche Halle des Himmels

Nördlich der Halle der Erntegebete befindet sich die Kaiserliche Halle des Himmels, chinesisch 皇乾殿 – Huángqiándiàn. Sie diente der Aufbewahrung der bei den Erntezeremonien verwendeten himmlischen Tafeln.

Welche Bedeutung haben Zahlen, Formen und Farben?

Im Himmelstempel wurden Architektur und Zahlen nicht zufällig gewählt. Fast jedes gestalterische Element besitzt eine symbolische Funktion.

Die Zahl Neun

Die Zahl Neun erscheint am kreisförmigen Himmelsaltar immer wieder. Sie galt als besonders bedeutend und wurde mit dem Kaiser, dem Himmel und höchster Vollkommenheit verbunden.

Die zentrale Steinplatte wird von neun Platten umgeben. Im nächsten Ring liegen 18, danach 27 Platten. Dieses Muster setzt sich in Vielfachen der Zahl Neun fort. Der äußerste Ring umfasst 81 Platten – also neun mal neun.

Kreis und Quadrat

Runde Bauten und Altäre stehen für den Himmel. Quadratische Höfe, Mauern und Grundflächen verweisen auf die Erde. Dadurch wird die Beziehung zwischen beiden Bereichen sichtbar gemacht.

Die Farbe Blau

Die dunkelblauen Glasurziegel auf den Dächern symbolisieren den Himmel. Bei der Halle der Erntegebete waren die drei Dachstufen ursprünglich unterschiedlich gefärbt. Während der Regierungszeit Kaiser Qianlongs erhielten schließlich alle drei Dächer ihre einheitliche blaue Farbe.

Die Zahl Zwölf

Zwölf Säulen stehen für die zwölf Monate des Jahres beziehungsweise die zwölf traditionellen chinesischen Doppelstunden. Zusammen mit weiteren Säulengruppen verweisen sie auf den Jahreslauf und den traditionellen Kalender.

Die Sieben-Sterne-Steine

Östlich der Halle der Erntegebete liegt eine Gruppe großer Steine, die als Sieben-Sterne-Steine bekannt ist. Sie wird traditionell mit den Gipfeln des heiligen Berges Tai Shan in Verbindung gebracht.

Die Bezeichnung kann zunächst verwirren: Heute besteht die Gruppe aus acht Steinen. Ein weiterer Stein wurde während der Qing-Dynastie ergänzt und sollte die Zugehörigkeit der Mandschu zum chinesischen Reich symbolisieren.

Wie viel Zeit sollten Sie für den Himmelstempel einplanen?

Für die wichtigsten Gebäude sollten Sie etwa zwei bis drei Stunden einplanen. Wenn Sie auch die ruhigeren Parkbereiche, Nebengebäude und alten Baumbestände kennenlernen möchten, benötigen Sie entsprechend mehr Zeit.

Ein Besuch am frühen Morgen ist besonders reizvoll. Dann nutzen viele Einwohner Pekings den Park für Tai-Chi, Tanz, Musik, Kartenspiele und gemeinsame Übungen. Dadurch erleben Sie nicht nur die historischen Bauwerke, sondern auch ein Stück des heutigen Pekinger Alltags.

Orientieren Sie sich an der Karte in Google Maps zum Himmelsaltar.

Ticket kaufen

Achten Sie beim Ticketkauf darauf, dass nicht jede Eintrittskarte automatisch den Zugang zu allen historischen Bereichen einschließt. Öffnungszeiten, Ruhetage und Ticketregelungen können sich ändern. Informieren Sie sich deshalb vor dem Besuch auf der offiziellen Internetseite des Himmelstempels beziehungsweise der Stadt Peking.

Deutschsprachige Führung online buchen

Eine Führung kann dabei helfen, die zahlreichen Symbole und die historische Bedeutung der Anlage besser zu verstehen. Angebote mit deutschsprachiger Führung sollten Sie rechtzeitig prüfen und online buchen:

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Freitag, 2. Februar 2018

UNESCO Weltkulturerbe: Kaiserpalast in Peking - Die Verbotene Stadt

Der Kaiserpalast (gu gong) ist ein Wahrzeichen im Herzen von Peking. Er wird auch Verbotene Stadt genannt. Der Baustil steht beispielhaft für die traditionelle chinesische Architektur. Der Palast gehört seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Verbotene Stadt
Die Verbotene Stadt 
Die Verbotene Stadt 

Im Kaiserpalast lebten und regierten die chinesischen Kaiser der Ming und Qing Dynastien bis zur Revolution 1911. Der einfachen Bevölkerung war der Zutritt verwehrt, daher der Name Verbotene Stadt (zijin cheng).

Symbolik und Bedeutung

Die Verbotene Stadt stellt ein Meisterwerk der chinesischen Architektur dar. Der Bau entspricht der Weltsicht der kaiserlichen Herrscher. Ein schachbrettartiger Grundriss, ausgerichtet nach Yin und Yang an der Nord-Süd-Achse. Die Verbotene Stadt als das Machtsymbol des Kaisers in der Mitte der Erde. Gelbe glasierte Ziegel als Symbolfarbe des chinesischen Kaisers.



Bau des Kaiserpalastes

Der Komplex wurde 1406 bis 1420 mit der Verlegung der Hauptstadt von Nanjing nach Peking gebaut. Er befindet sich nördlich vom Tianan´men Platz. Der Ming-Kaiser Zhū Dì beschäftigte bis zu eine Million Sklaven und mehr als 100.000 Kunsthandwerker für den Bau. Die größte Steinplatte hat z. B. eine Fläche von mehr als 50 Quadratmeter, eine Dicke von mehr als 1,5 Meter und ein Gewicht von 250 Tonnen. Sie wurde von 20.000 Arbeitern im Winter 50 Kilometer weit über eine eigens dafür angelegte Eisschiene in 28 Tagen transportiert.

Verbotene Stadt Wächterlöwe (C) JUREBU
Verbotene Stadt Wächterlöwe (C) JUREBU
Die Verbotene Stadt hat eine Grundfläche von 72 Hektar und eine bebaute Fläche von 150.000 Quadratmetern. Auf dem Gelände befinden sich 890 Paläste und unzählige Pavillons. Es sollen 9.999½ Räume sein. Denn nur der Himmel durfte einen Palast mit 10.000 Räumen besitzen. Die Gebäude wurden auf weißen, von Balustraden gesäumten Marmorterrassen errichtet. Sie haben geschwungene Pagodendächer.

Die Mauer der Verbotenen Stadt ist 10 Meter hoch und 3.428 Meter lang. Sie ist von einem 3.800 Meter langen, 52 Meter breiten und 6 Meter tiefen mit Wasser gefüllten Graben umgeben.

In jeder Himmelsrichtung befindet sich jeweils ein großes Tor mit einem Turm. An den vier Mauerecken steht ein Eckturm. Der Haupteingang ist das Mittagstor (Wumen) oder auch Fünf-Phönix-Tor.

Verbotene Stadt Tor (C) JUREBU
Verbotene Stadt Tor (C) JUREBU
Magische Zahl 9

Länge und Breite der Halle der höchsten Harmonie und der Halle zur Bildung der Gefühle des Kaisers stehen im Verhältnis Neun zu Fünf. Alle Türen haben 81 Nägel, 9 Reihen mit 9 Nägeln. Außer das Donghua-Tor, es hat nur 8 Reihen. Da durch dieses Tor auch Särge getragen wurden, musste die Anzahl Nägel auf eine gerade Zahl reduziert werden. In der Verbotenen Stadt gibt es 13.844 Drachendarstellungen. Auffällig sind die gewählten Symbolfarben, nach oben gewölbte Dächer und Fabeltiere auf den Dächern.

Pagodendach, Malerei, Ziegel, Fabeltiere (C) JUREBU
Pagodendach, Malerei, Ziegel, Fabeltiere (C) JUREBU
Begründung der UNESCO zum Kaiserpalast in Peking

Die Verbotene Stadt in Beijing ist mit ihren landschaftlichen Gärten und vielen Gebäuden (die fast 10.000 Zimmer Möbel und Kunstwerke enthalten) ein unbestrittener Zeuge der chinesischen Zivilisation während der Ming und Qing-Dynastien.

Die Verbotene Stadt im Zentrum von Peking ist das Paradebeispiel für die Entwicklung alter chinesischer Paläste. Sie gibt Einblicke in die gesellschaftliche Entwicklung des spätdynastischen Chinas, insbesondere der Ritual- und Hofkultur.

Die räumliche Anordnung verkörpert das traditionelle Merkmal der Stadtplanung und der Palastarchitektur im alten China. Dazu gehören die
  • zentrale Achse, 
  • symmetrische Gestaltung und Anordnung des äußeren Hofs an der Vorderseite und des Innenhofs an der Rückseite. 
  • Begrünte Höfe. 
Als Vorbild uralter architektonischer Hierarchie, Bautechnik und Architekturkunst beeinflusste es über 300 Jahre hinweg offizielle Gebäude der darauf folgenden Qing-Dynastie.

Die religiösen Gebäude, insbesondere eine Reihe von königlichen buddhistischen Kammern innerhalb des Palastes, die reichhaltige Merkmale der ethnischen Kulturen aufnehmen, sind ein Zeugnis der Integration und des Austauschs in der Architektur zwischen den Manchu, Han, Mongolen und Tibetern seit dem 14. Jahrhundert.

Inzwischen sind mehr als eine Million kostbare königliche Sammlungen, von der königlichen Familie verwendete Artikel und eine große Anzahl von Archivmaterialien über alte Ingenieurtechniken, einschließlich schriftlicher Aufzeichnungen, Zeichnungen und Modelle, ein Beweis für die höfische Kultur und das Recht und die Vorschriften der Ming und Qing-Dynastien.

Aufnahmekriterien für das UNESCO Weltkulturerbe

Kriterium (I): Die kaiserlichen Paläste sind Meisterwerke in der Entwicklung der kaiserlichen Palastarchitektur in China.

Kriterium (II): Die Architektur der Kaiserpalastkomplexe, besonders in Shenyang, zeigt einen wichtigen Austausch von Einflüssen der traditionellen Architektur und der chinesischen Palastarchitektur besonders im 17. und 18. Jahrhundert.

Kriterium (III): Die Kaiserpaläste haben in der Zeit der Ming - und Qing - Dynastien ein außergewöhnliches Zeugnis der chinesischen Zivilisation abgegeben. Sie sind wahre Reservate von Landschaften, Architektur, Einrichtungsgegenständen und Kunstobjekten und tragen außergewöhnliche Zeugnisse der lebendigen Traditionen und der Bräuche des Schamanismus, die von den Manchu seit Jahrhunderten praktiziert werden.

Kriterium (IV): Die Kaiserpaläste bieten herausragende Beispiele der größten palastartigen architektonischen Ensembles in China. Sie veranschaulichen die Großartigkeit der kaiserlichen Institution von der Qing-Dynastie bis zu den früheren Ming- und Yuan-Dynastien sowie Mandschu-Traditionen und präsentieren Beweise für die Entwicklung dieser Architektur im 17. und 18. Jahrhundert.

Video zum Kaiserpalast


Authentizität des Kaiserpalastes

Die Verbotene Stadt bewahrt die herausragende Verkörperung der chinesischen Hierarchie.
Als der größte und am besten erhaltene gebliebene Palast Chinas, aber auch durch die Pracht der roten Mauern und des gelben Drachenmeers, übt der Kaiserpalast eine große Anziehungskraft auf Touristen aus.

Die Hallen des Kaiserpalastes sind majestätisch und meisterhaft konstruiert. Im Palast regierte der Kaiser, der umgeben von seinen Konkubinen, Eunuchen und Dienern war. Dieser Ort war nicht allein für die irdische Regierungsmacht geschaffen worden, sondern zugleich geheiligte Stätte der Verknüpfung des Kosmos mit seinen westlichen Stadthaltern. Nach traditionellen Vorstellungen sollten kaiserliche Tugend und unfehlbare Ausübung der vom Himmel geforderten Riten die Harmonie von yin und yang und somit das Wohlergehen des gesamten Volkes gewährleisten.

Eine gewaltige Befestigungsmauer umschließt die Verbotene Stadt. Drei massive Torgebäude mit jeweils drei Eingangsbögen sind vorhanden, von denen das Mittagstor (wu men ) den Hauptzugang zur Verbotenen Stadt darstellt.

Vor dem Tor der höchsten Harmonie (taihe men ) wurden damals Petitionen an den Kaiser niederlegt.

Zeremoniehallen im Kaiserpalast

Hinter diesem Tor verbirgt sich das Herzstück des Palastes: die drei großen Zeremoniehallen ( san da dian ).

Die erste Halle, die Halle der Höchsten Harmonie (taihe dian), beherbergt den Drachenthron, auf dem der Kaiser bei festlichen Anlässen Platz nahm.

In der kleineren Halle der Mittleren Harmonie ( zhonghe dian ) bereitete sich der Himmelssohn auf die Zeremonien vor.

In der dritten, großen Halle der Bewahrung der Harmonie ( baohe dian ) wurden erfolgreiche Beamtenprüflinge empfangen.

Im Anschluß an die drei Zeremoniehallen gelangt man durch das Tor der Himmlischen Klarheit (qiangqing men) zum gleichnamigen Palast, der Wohn- und Arbeitsräume barg. Im dahinter liegenden Palast des weiblichen Friedens ( kunning gong ) wurden täglich Opferrituale vollzogen.

Palastgarten

Sehenswert ist ein Schmuckstück der chinesischen Gartenbaukunst: der Palastgarten. Ostwärts der letzten großen Zeremoniehalle gelangt man zur berühmten Neun-Drachen-Mauer ( jiulong bi ), die aus glasierten Keramikkacheln mit neun verschiedenfarbigen, fünfzehigen Drachengestalten besteht.

Der Palast des friedvollen Alters, den Kaiser Qianlong 1773 als seinen Altersruhesitz bauen ließ, gehört heute zu den Schatzkammern.

Im Kaiserpalast sind zahlreiche kostbare Kulturrelikte zu finden. Um Sie aufzubewahren und zu schützen, hat man ein Museum gegründet. Es heißt das Kaiser-Palastmuseum. Hier gibt es folgende Abteilungen für
  • Juwelen, 
  • Porzellan, 
  • Malereien und 
  • bronzene Gegenstände.
Quelle: http://whc.unesco.org/en/list/439

Tipps
  • Lernen Sie den Kaiserpalast bei einem Stopover Peking kennen. 
  • Meiden Sie den heißen Sommer und kalten Winter.
  • Für schöne Fotos empfiehlt sich das Frühjahr. Dann ist es auch in Peking angenehm.
  • Richten Sie sich auf eine sehr weitläufige Anlage ein.
  • Kombinieren Sie Peking und Thailand.

Wenn auch Sie Peking kennenlernen möchten, empfehlen wir Ihnen einen Stopover Peking oder eine China Rundreise. Informieren Sie sich unter Chinareisen im Reiseblog.

Was ist ein Hutong?

Hutong bedeutet Gasse. Der Begriff steht für eine enge traditionelle Wohnbebauung in Peking bis in die 1990er Jahre.

Hutong in Peking (C) JUREBU
Hutong in Peking (C) JUREBU
Mongolische Bezeichnung Hottog 

Das Wort "Hutong" stammt von dem Wort "hottog". Es bedeutet auf mongolisch "Brunnen" oder "Quelle". In alten Zeiten gruben die Bewohner einen Brunnen und lebten dann in Siheyuan um ihn herum. Badezimmer oder Toiletten gab es nicht.

Was ist ein Siheyuan?

Ein Siheyuan ist eine traditionelle chinesische Art der Wohnbebauung. Ein Innenhof wird durch vier Gebäude begrenzt und eingeschlossen. Ein solcher Hof wird auch als „chinesisches Rechteck“ bezeichnet. Die Grundrisse entsprechen denen der Antike. Alle Tempel-, Palast- oder Hofanlagen wurden so angelegt. Durch diese Struktur und Anordnung der Gebäude wurde nach außen der Reichtum des Eigentümers dargestellt.

Grundriss eines Siheyuan

Die Grundform ist ein rechteckiger Innenhof. Er wird von vier Bauten umschlossen. Fenster und Türen öffnen sich zum Hof. Der Innenhof ist Treffpunkt für alle Mitbewohner. Das Tor der meisten Siheyuan öffnet sich nach Süden. Deshalb liegen die meisten Hutongs auf einer Ost-West-Achse.

Hutong Eingang Foto: Wikipedia
Hutong Eingang Foto: Wikipedia
Die Straßenfront eines Siheyuan hat eine hohe Mauer. Eine hohe Türschwelle soll Staub, Mäuse und Unglück fernhalten.

Größe der Hutongs

Während der Yuan-Dynastie wurde eine 36 Meter breite Straße als Standardstraße bezeichnet. Eine 18 Meter breite Straße war eine kleine Straße. Eine Straße weniger als 9 Meter Breite war als Hutong klassifiziert.

Die Breite der Peking Hutongs reichte von 40 Zentimeter bis 9 Meter. Der längste Hutong hat mehr als 20 Straßenzüge.

Hutong unsaniert (C) JUREBU
Hutong unsaniert (C) JUREBU
Anordnung der Hutongs

Pekings Hutongs sind vielfältig angelegt:
  • in Ost-West- oder Nord-Süd-Richtung, 
  • schräg, 
  • halbe oder "blinde Hutongs" oder 
  • Sackgassen.
Die grauen Gassen, die sich in identischer Weise kreuzen, sind wie ein Labyrinth. Es ist interessant, durch sie hindurchzugehen. Aber auch schwierig, sich als Ortsunkundiger wieder herauszufinden, da alle gleich aussehen.

Traditioneller Hutong in Peking (C) JUREBU
Traditioneller Hutong in Peking (C) JUREBU
Die Kultur der Hutongs

Der Name eines Hutongs steht für Herkunft, Ort oder Geschichte der Bewohner.

In den Augen der Pekinger bedeutet Hutong eine Zeitepoche, einen herzlichen Lebensstil und eine "Enzyklopädie" Pekings.

In den zahlreichen Hutongs sind die Residenzen berühmter Persönlichkeiten verstreut. Viele berühmte Bücher, Opern und Dramen basieren auf den Themen des Hutong-Lebens.

Hutong Taxi (C) JUREBU
Hutong Taxi (C) JUREBU
Hutongs heute

Peking hat heute noch etwa 400.000 Wohn-Siheyuan, die hauptsächlich über die Bezirke East, West, Xuanwu und Chongwen verteilt sind. Hutongs werden im alten Stil aufgebaut und alte Hutongs vor dem Abriss bewahrt. Die Nachfrage ist in Peking sehr groß. Es werden angeblich bis zu 5.000 € Miete pro Monat gezahlt.

In der folgenden Liste sehen Sie, wo Hutongs in Peking erhalten geblieben sind.

Der Älteste - Sanmiaojie Hutong (三 庙街 胡同)

Der Sanmiaojie Hutong liegt hinter dem Einkaufszentrum Guohua, Changchun Street, Xicheng District, Beijing. Es ist ein historischer Hutong, der vor 900 Jahren auf die Liao Dynastie (907 n. Chr. - 1125 n. Chr.) gebaut wurde.

Markt im traditionellen Hutong (C) JUREBU
Markt im traditionellen Hutong (C) JUREBU
Der Längste – Dongxijiaominxiang Hutong (东西 交 民 巷)

Mit 6,5 Kilometern Länge ist der Dongxijiaominxiang Hutong der längste in Peking. Er befindet sich auf der Ostseite der Mao Memorial Hall, des Tian'anmen Square und der Innenstadt von Peking.

Der Xijiaominxiang Hutong (西 交 民 巷) ist auf der Westseite, aber mit westlichen Gebäuden verbunden.

Der Kürzeste – Yichidajie Hutong (一尺 大街)

Yichidajie, auch One Foot Street genannt, ist nur etwa 10 Meter lang und liegt im Südosten, an der Ostseite der Glass Street (琉璃厂 东街 东 口 东南). Auf der Straße gibt es sechs Geschäfte.

Yichidajie soll in die Yangmeizhuxiejie Straße (杨梅 竹 斜街) eingegliedert werden. Die  Yangmeizhuxiejie Street liegt südwestlich der Outer Qianmen Street, 500 Meter von der Westseite der Dashanlan Street (大栅栏 街) entfernt.

"Die acht Hutongs" bestehen aus Yichidajie und weiteren sieben kleineren Hutongs in der Nähe.


Gemüsemarkt im traditionellen Hutong (C) JUREBU
Gemüsemarkt im traditionellen Hutong (C) JUREBU
Der Größte - Lingjing Hutong (灵 境 胡同)

Lingjing Hutong ist ein Ost-West orientierter Hutong in Beijing Xidan District (西单). Der breiteste Teil ist 32,18 Meter.

Der Engste – Qianshi Hutong (钱 市 胡同)

Der Qianshi Hutong liegt an der Westseite der Beijing Zhubaoshi Street (珠宝 市街) in der Nähe des berühmten Geschäftsviertels Dashanlan (大栅栏). Er war lange Zeit der schmalste Hutong in Peking.

Er ist 55 Meter lang, 0,7 Meter breit und unglaubliche 0,4 Meter an seiner schmalsten Stelle. Zwei sich gegenüberstehende Personen müssen seitlich durch den Hutong gehen.

Am Ende des Hutongs befindet sich ein Innenhof mit einer Markise und Schlafzimmern daneben. Der Hof ist ein Überbleibsel eines Geldmarktes in der Qing-Dynastie, wo alte offizielle Währungen ausgetauscht wurden. Es war eine frühe Form eines Finanzmarktes.

Hutong für Tourismus (C) JUREBU
Hutong für Tourismus (C) JUREBU
Hutongs für den Tourismus

Die touristischen Hutongs sind nur moderne Nachbauten der Originale. Nicht stilecht! In den meisten touristischen Pekinger Hutongs sind moderne Restaurants mit traditioneller Pekinger Küche, Teehäuser und Souvenirshops anzutreffen. Überall gibt es Fahrrad-Rikschas, die günstige "Hutong-Touren" anbieten.

Tip 1: Bummeln Sie lieber durch einen traditionellen Hutong auf eigene Faust oder mit einem Guide. Sie haben mehr davon!
Tip 2: Planen Sie einen Stopover Peking mit einem Thailand Urlaub.

Wenn auch Sie Peking kennenlernen möchten, empfehlen wir Ihnen einen Stopover Peking oder eine China Rundreise. Informieren Sie sich unter Chinareisen im Reiseblog.


Youtube Video Hutong in Beijing




Donnerstag, 20. März 2014

National Museum of China- das größte Museum der Welt

Chinas Geschichte erkunden Sie am besten im National Museum of China. Es ist mit 195.000 Quadratmetern das größte Museum der Welt. Besuchen Sie das National Museum of China während eines Stopover Peking. Anfrage Stopover Peking, info @ kombireise.eu, Tel. 0 35 35/24 25 24, täglich 8 bis 21 Uhr

National Museum of China
National Museum of China

Das Chinesische Nationalmuseum wurde 2003 aus zwei separaten Museen zusammen geführt, die bereits in seinem Gebäude untergebracht waren:
  • Museum der Geschichte Chinas 
  • Museum der Chinesischen Revolution 
Der Bau war in klassischer Dreiteilung als eines der „Zehn großen Gebäude“ (“十大建筑”) im Stil des „sozialistischen Klassizismus“ zum zehnten Gründungstag der Volksrepublik 1959 errichtet worden und gehört zur jüngeren chinesischen Architekturgeschichte.

Das Chinesische Nationalmuseum befand sich bis Frühjahr 2011 im Umbau. Nach Plänen der Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner verbindet es Alt und Neu zu einem riesigen zusammenhängenden Gebäudekomplex mit Cafés, Teehäusern, Buchläden, Souvenir-Shops, Kassen und Toiletten. Nördlich und südlich der zentralen Halle sind zwei große Innenhöfe sowie die viergeschossigen Hauptausstellungsflächen des Museums an.

Im Untergeschoss wurden ein Kino, mehrere Theater, die Werkstätten- und Laborbereiche, die Museumsdepots sowie eine Tiefgarage integriert.

Erste internationale Ausstellung

Die erste internationale Ausstellung wurde am 1. April 2011 eröffnet und lief bis zum 31. März 2012. Unter dem Titel Kunst der Aufklärung wurde sie mit 6,6 Millionen Euro vom deutschen Außenministerium gefördert. Der Dresdener Museumsdirektor Martin Roth hatte sie ein Jahrzehnt vorbereitet. Es war eine Ausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München in Zusammenarbeit mit dem National Museum of China in Peking.

Chinesische Architektur modern interpretiert

Ein Neubau mit typischen Kolonnaden und einer markanten Glasfront sowie Zugangstüren aus perforierten Bronzetafeln, die das einfallende Tageslicht filtern und so eine gedämpfte Atmosphäre erzeugen, sind vorherrschende Elemente.

Auch bei der Innenraumgestaltung des Forums setzten die Planer auf eine zeitgemäße Interpretation traditioneller chinesischer Baukunst. Als Materialien wurden Holz, Stein und Glas eingesetzt. Markante Deckenkassetten lassen die gigantischen Abmessungen der Halle deutlich werden.

Exponate zur Geschichte Chinas

Die eigene Sammlung umfasst rund eine Million Exponate zur Geschichte Chinas. Jährlich etwa acht bis zehn Millionen Besucher werden im National Museum of China erwartet. Mehr als doppelt so viele wie im Louvre!

Video über National Museum of China




National Museum of China in Google Maps


Das National Museum of China steht an der Ostseite des weltweit größten Platzes, dem 40 Hektar großen Tianmen Platz oder Platz des Himmlischen Friedens.



Zum National Museum of China

Hutong Tour bei Peking Reise

Erkunden Sie die Hutongs in Peking. Denn Hutong Peking vermittelt echtes "China Feeling". Hutongs sind das Herzstück der Hauptstadt. Anfrage Peking Reise, info @ kombireise.eu, Telefon: 0 35 35/24 25 24, täglich 8 bis 21 Uhr

Hutong Peking
Was sind Hutongs?

Pekings Altbaustruktur ist von quadratischen Vier-Harmonie-Höfen (Sihe Yuan) verschiedener Größen geprägt. Die sie verbindenden engen Gassen werden als Hutong bezeichnet. Sie bilden die Durchgänge zwischen den Sihe Yuan und geben Peking ein einmaliges, unverwechselbares Gesicht. In den Hutongs spüren Sie die Seele und Vergangenheit der Stadt. Nur hier können Sie sich noch ins Mittelalter zurück versetzen und den wahnsinnig großen Sprung Chinas in die Neuzeit verstehen.

Begriff Hutong

Hutong ist ein mongolischer Begriff. Es leitet sich von Hudun ab, was "Brunnen" bedeutet. Früher war der Brunnen der wichtigste Punkt einer Siedlung in Peking.

Wohnhof oder Sihe Yuan

Im traditionellen Wohnhof Pekings verläuft das Leben öffentlich. In einem mittelgroßen Sihe Yuan wohnen bis zu zehn Familien, was im Durchschnitt eine Wohnfläche von nur 3 Quadratmeter pro Kopf bedeutet. Viele Familien teilen sich Küche und Toilette.

Stadtplanung Peking

Die Breite eines Hutong wurde der Stadtplanung in der Yuan-Zeit auf 9,24 Meter festgelegt. Später durften  schmalere und breitere Hutongs gebaut werden. Einen halben Meter Breite messen der Gaoxiao Hutong und der Xiaolaba Hutong. Der Rongxian Hutong ist mit 2 Kilometern Länge der längste Hutong, der Yichi Jie mit 20 Metern der kürzeste Hutong Pekings.

Bevölkerungsexplosion

Im Zuge der Bevölkerungsexplosion wurden Mauern abgerissen und in Zwischenräumen Behelfsbauten erstellt. Der Platz vor den Häusern sowie auf den kleinen Gassen und in Strassenecken wurde zum Wohnraum gemacht und Innen nach Aussen verlagert. So entstand eine entsetzliche Bebauung, die heute an das 16. und 17. Jahrhundert Europas erinnert. Es ist, als ob die Zeit vor Jahrhunderten stillgestanden und die Millionenstadt ein mittelalterliches Dorf geblieben wäre.

Hutong Peking Tour
Die Familien leben dicht gedrängt auf engstem Raum. Vielen Häusern fehlen fliessendes Wasser und sanitäre Anlagen. Die Frauen waschen noch in Zubern in den Hauseingängen. Auf die Toilette sowie zur Körperpflege geht man zu Gemeinschafts-WCs und -Waschräumen, die häufig um die Ecke liegen. Kein Wunder, dass Menschen im Schlafanzug auftauchen.

Besonders hart ist es im Winter, da den Häusern Isolationen und Zentralheizungen fehlen. Und in Peking kann es bis zu 10 Grad Minus werden. In wärmeren Jahreszeiten werden Hutongs zum öffentlichen Raum. Die Türen sind geöffnet. Es wird gesungen oder gar getanzt.

Hutong Taxi
Chinesisches Sprichwort

"In Beijing gibt es 900 Hutongs mit Namen, die ohne Namen sind jedoch zahlreicher als die Federn eines Gans." Dieses alte chinesische Sprichwort gehört der Vergangenheit an, denn 90 Prozent der Altbauten wurden im Zuge der rasanten Entwicklung und Modernisierung von Chinas Hauptstadt in alarmierender Geschwindigkeit abgerissen.

Zhuanta Hutong

Manche Hutongs sind 700 bis 1.000 Jahre alt, wie z. B. der Zhuanta Hutong, dessen Name von der in der Yuan-Dynastie gebauten Ziegelsteinpagode herrührt. Die schönsten Sihe Yuan und Residenzen ehemaliger Hofbeamter in den vier Distrikten der Innenstadt stehen heute unter Denkmalschutz.

Hutongs in Peking heute

33 alte Quartiere und Regionen sind in der Stadt unter Denkmalschutz gestellt.

Ein sehr traditionsreiches und wegen den vielen Geschäfte und Restaurants auch bei Touristen bekanntes Hutong-Viertel befindet sich in der Nähe der Straße Qianmen Dajie, die vom Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen Platz) in südlicher Richtung verläuft. Es erinnert an ein chinesisches Freilichtmuseum mit bemalten und geschnitzten Prunkfassaden.

Hutong Peking Tour
In westlicher Richtung liegt in der Parallelstrasse das Antiquitätenviertel. Teehäuser, Souvenirläden, Antikwaren prägen das Bild. Es ist eine beliebte Wohnlage für Reiche und die Politprominenz geworden. Der Quadratmeter kostet bereits 5.000 Euro und führt zur Aussiedlung der angestammten Bewohner.

Restaurierte Hofhäuser und neu erbaute nach kaiserlichem Vorbild, was Farben und Mythologie betrifft, gehen leider auf Kosten der Lebendigkeit und Ursprünglichkeit.

Hutong Tour

Eine Erkundung der Hutongs können Sie entweder zu Fuß oder per Rikscha unternehmen. Empfehlenswerter ist es jedoch zu Fuß, um die vielen Geschäfte zu besuchen und Andenken oder Tee zu kaufen.

Peking Touren

Zu Peking Reisen

Dienstag, 18. März 2014

Fabelwesen Chiwen in der Palastarchitektur in Peking

In der alten Palastarchitektur in Peking fallen viele Fabelwesen auf, z. B. das monströse Ungeheuer Chiwen. Es sitzt an beiden Enden des Dachfirsten und sieht beinahe wie der Schwanz eines Fisches aus. Mit seiner grimmigen und Furcht erregenden Gestalt macht das Ungeheuer den Eindruck, als ob es die obere Dachkante auffressen wolle. Deshalb wird das Ungeheuer auch als Tunjishou bezeichnet, was übersetzt "Dachkanten fressendes Biest" bedeutet. Anfrage Chinareisen, info @ kombireise.eu, Tel. 0 35 35/24 25 24, täglich 8 bis 21 Uhr

Chiwen
Nach der chinesischen Mythologie ist dieses Ungeheuer ein Sohn des Drachenkönigs, der die Meere beherrscht. Er konnte Wellen aufwühlen und sie in Regen verwandeln.

Die Menschen im alten China setzten je einen Chiwen an das Ende des Dachfirsten in der Hoffnung, dass es im Falle eines Hausbrandes regnen würde, um das Feuer zu löschen. Aus Angst, dass das Biest den Dachfirst verschlingt, befestigten die Chinesen früher ein Schwert auf dem Dach.

Am Ende der vier abschüssigen Dachkanten sitzen oft kleinere Tierskulpturen, deren Anzahl und Größe in der Feudalzeit auf die gesellschaftliche Stellung des Hausbesitzers hinwiesen.

Peking Reise

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Architektur in Peking

Die alte Architektur in Peking wurde von den Architekten der Ming Dynastie geprägt. Auffallend sind die breiten, ausladenden Dachformen, kräftig leuchtenden Farben, besonderen Formen und FabelwesenAnfrage Chinareisen, Tel. 0 35 35/24 25 24, täglich 8 bis 21 Uhr

Peking Architektur
Architektur in China

Chinesische Bauten zeichnen sich durch klare Strukturen aus, die im Laufe der Jahrhunderte erstaunlich konstant geblieben sind. Änderungen betrafen nur dekorative Details.

Bauwerke

Besonders auffällig ist die Betonung der Symmetrie. Sie lässt die Gebäude Größe ausstrahlen. Der visuelle Eindruck der Weite und Großzügigkeit eines Gebäudes erscheint als das herausragende Moment, was ausgedehnte Anlagen, Höfe und Wegfluchten unterstreichen.

Weg im Sommerpalast Peking
Horizontale

Unabhängig von Regionen und Nutzung sind traditionelle chinesische Gebäude um eine Zentralachse gebaut, an der sich die Horizontalen in strenger Symmetrie harmonisch ausrichten. Die geschwungenen Kragbalken sollen Regenwasser besser ableiten und Schatten spenden.

Verbotene Stadt Peking
Farben der chinesischen Architektur

Verbreitet war über Jahrhunderte die Verwendung symbolischer Farben, Zahlen oder Himmelsrichtungen für Gebäude und deren Eigentümer.

Farben und Formen der Palastarchitektur Peking
Bereits 3.000 vor Christus ordneten die Chinesen den Jahreszeiten, Windrichtungen, wiederkehrenden Tagesabschnitten und den inneren Organen des Menschen bestimmte Farben zu. Auch heute stehen Farben für emotionale und physische Eigenschaften. Die Farben Gelb und Rot waren ausschließlich dem Kaiser vorbehalten. Eine Entweihung wurde mit Todesstrafe geahndet.

Chinesische Dächer

Überwiegend sind Walmdächer mit kleinen Giebeln in China, Ost-Asien und Teilen Südostasiens verbreitet.

Trommelturm in Peking
Kaiserlicher Baustil

Durch die Verwendung einheitlicher Farben, Formen und Muster sind Winter- und Sommerpaläste, Tempel, Grabstätten und Stadttore in Peking einheitlich geprägt und sofort als kaiserliche Bauten erkennbar.

Peking Reise

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Wenshou in der Peking Architektur

In der alten Peking Architektur fallen Formen und Fabelwesen auf. Sie heißen Wenshou und sind Statuen von Drachen und anderen Tieren. Anfrage Chinareisen, info @ kombireise.eu, Tel. 0 35 35/24 25 24, täglich 8 bis 21 Uhr

Wenshou
Wenshou

Die Fabelwesen sitzen auf dem Dachfirst oder am unteren Ende der vier abfallenden Dachkanten. Es sind kaiserliche Dachdekorationen. Sie waren bis 1911 nur auf offiziellen Gebäuden, Palästen und Tempeln des Reiches erlaubt und drückten den Status des jeweiligen Bewohners des Gebäudes aus.

Neun Tiere und ein Drachen aus glasierter Keramik bilden einen nach außen marschierenden Zug. An der Spitze des Zuges reitet ein Mann auf einem Phoenix. Am Heck des Zuges befindet sich ein kaiserlicher Drachen, der die Autorität des Staates ausdrückt.

Bedeutung der Fabelwesen

Die Tierherde wird von einer Gottheit, die auf einem Phönix reitet, angeführt. Ihr folgen ein Drache, ein Phönix, ein mythischer Löwe, ein Himmelspferd, ein Seepferd, Stier, mutige Ziege, Fisch und Chiwen, ein Sohn des Drachens der chinesischen Mythologie. Jedes dieser Tiere trägt einen außergewöhnlichen Namen.

Es existieren verschiedene Legenden zur Bedeutung des Zuges. Zum Einen soll der Mann ein Minon des Kaisers sein, der wegen seiner Machtgier am Dachgiebel wegen Hochverrats gehängt wurde.

Eine weitere Version dieser Figur ist ein unsterblicher Reiter auf einem Fenghuang-Vogel oder Qilin.

Eine weitere Interpretation und eher wahrscheinlich ist, dass die Person (Beamter, Steuereintreiber) im Dienste des Kaisers stand und durch die nachfolgenden Tiere beobachtet wurde.

Anzahl der Fabelwesen

Die Fabelwesen bilden in der Regel eine ungerade Anzahl und sind so aufgestellt, als ob sie sich auf den Mann stürzen und ihn verschlingen wollen, wenn er seine Tätigkeit nicht mit Treue und Rechtschaffenheit ausüben sollte.

Die maximale Anzahl der Tiere ist neun einschließlich des Ungeheuers. Die größte Anzahl dieser kleinen Tierskulpturen befindet sich auf dem Dach der Halle der Höchsten Harmonie in der Verbotenen Stadt in Peking. Sie diente dem Kaiser als Wohnstätte. Von hier erledigte der Kaiser alltägliche Geschäfte.

Von nächstwichtiger Bedeutung ist der Palast der Weiblichen Ruhe, der einst der Kaiserin als Wohnung diente. Auf dem Dach dieses Palastes befinden sich nur sieben Wenshou.

Fünf Figuren sitzen auf den Dächern der zwölf seitlichen Wohnhöfe, in denen die kaiserlichen Konkubinen verschiedenen Ranges lebten. Einige der Seitenhöfe haben sogar nur ein Fabelwesen auf ihrem Dach.

Peking Reise

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Trommelturm oder Gulou der Dong China

Ein Trommelturm oder Gulou ist ein in Städten Chinas oder traditionellen Tempeln errichtetes Gebäude für darin aufgestellte große Signaltrommeln. In der Regel bilden Glockenturm und Trommelturm ein architektonisches Paar unter der Bezeichnung Trommel- und Glockenturm. Sie stehen meist im Ortskern und wurden auch für Zeitangaben oder für Feierlichkeiten verwendet. Anfrage Chinareisen

Trommelturm
Gulou der Dong

Ein Wahrzeichen der Dong-Dörfer sind die stufenförmigen Trommeltürme (Gulou). Sie werden nach der Jahrtausende alten Holzskeletttechnik ohne Nagel und nur mit Zapfenverbindungen bis zu 13 Ebenen hoch gebaut. Horizontal ausladend, mehrfach geschichtet, mit Kraggebälk aus Platten, Konsolen und schrägen Trägern.

Geschnitzte Drachen, Phönixe, Blumen und Vögeln schmücken das komplizierte Bauwerk, das mit dem Wissen alter Baumeister aufgebaut wird. Architekten sind nicht am Werk beteiligt, sondern Geomanten.

Die Trommeltürme sind Ausdruck spirituellen Wissens. Sie erfüllen eine politische, soziale und kulturelle Rolle im Dorf. Trommeltürme verbinden Himmel und Erde und die Mitglieder eines Clans.

Im Trommelturm ruht die Seele eines Dorfes, die im Innern ein Wasserdrachen in Form einer Schlange bewacht. Er ist der Herrscher über Wind, Regen und den Geist des Dorfes. Und symbolisiert Macht und Kraft seiner Erbauer.

Nur ein weiser Mann darf das Dach besteigen und die Trommel schlagen, z. B. bei Feuer, Hochwasser, Treffen. Tagungen, Feiern, Gesänge und Tänze finden vor diesen Türmen statt.

Geomantie

Im Vordergrund steht bei der Errichtung eines Trommelturms die Geomantie, eine „ganzheitliche“ Erfahrungswissenschaft. Es wird versucht, die Identität des Dorfes durch Gestaltung, Raum- und Landschaftsplanung zu berücksichtigen und individuellen Ausdruck zu verleihen.

Der Geomant, in der Regel der Schamane, muss den guten Ort erkennen und den besten Platz erspüren, um ihn mit seinen Menschen in Einklang zu bringen. Die Geomantie nutzt dabei die energetischen und biologischen Eigenschaften des globalen Gitternetzsystems der Erde. Das Vorgehen ähnelt dem chinesischen Feng Shui, das ebenfalls vorhandene energetische Ströme geschickt ausnutzt.

Schamanische Rituale, Astronomie und Astrologie fließen ein. Sie bestimmen den richtigen Zeitpunkt für das Schlagen des Bauholzes und den Baubeginn, die Ausrichtung des Bauwerkes und seine Lage in der Landschaft.

Tianmen Platz in Peking

Wenn Sie nicht in das Land der Dong reisen und in Peking verweilen, dann sollten Sie unbedingt den Tianmen Platz besuchen. Hier stehen 56 Säulen als Symbol für die 56 ethnischen Minderheiten Chinas. Suchen Sie doch einfach die Säule der Dong. Sie erkennen sie an der Nationaltracht.

Tianmen Platz
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Wind- und Regen-Brücken der Dong China

Spektakulär ist die einzigartige Volksarchitektur der Wind- und Regen-Brücken der Dong China zwischen Hunan, Guizhou und Guangxi. Holz-, Stein-Bögen, Steinplatten und Bambus wurden bei der Errichtung verwendet. Anfrage Chinareisen

Wind und Regenbrücke, Quelle: Pratyeka, Wikipedia

Die Chengyang "Wind- und Regen"-Brücke in z. B. Sanjiang ist 165 Meter lang, 10 Meter breit und 10 bis 20 Meter über dem Wasser. Die Brücken sind überdacht und mit Fliesen und Blumen verziert. Sie haben auf den Seiten Pavillons im Pagodenstil, die mit schönen Schnitzereien verziert sind. Ein idealer Ort zum Handeln und geselligem Beisammensein.

Brücken für die Seelen

In erster Linie sind es jedoch Brücken für die Seelen, die hier vom Diesseits ins Jenseits gehen und ihre Ruhe finden sollen. Dabei unterscheiden die Dong gleich drei Seelen. Eine bleibt beim Verstorbenen, eine macht sich auf die große Reise ins Jenseits und eine kehrt als Wiedergeburt zurück. Unterschieden wird dann noch, ob die Seele eines alten Menschen als guter Geist oder eines jungen Verunfallten als böser Geist zurück kehrt.

Der Ahnenkult und die Verehrung der Ahnen ist tief in der chinesischen Bevölkerung seit Jahrtausenden verwurzelt, auch im modernen Shanghai noch gegenwärtig, wo man sogar noch Tote umbettet, wenn die Ahnen erzürnt sind und für schlechte Geschäfte "verantwortlich" gemacht werden.

Tianmen Platz in Peking

Wenn Sie nicht in das Land der Dong reisen und in Peking verweilen, dann sollten Sie unbedingt den Tianmen Platz besuchen. Hier stehen 56 Säulen als Symbol für die 56 ethnischen Minderheiten Chinas. Suchen Sie doch einfach die Säule der Dong. Sie erkennen sie an der Nationaltracht.

Tianmen Platz Peking
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Montag, 9. August 2010

Tulou, Rundhäuser und Erdhäuser in der chinesischen Provinz Fujian

Zum UNESCO Weltkulturerbe gehören seit 2004 die weltweit einzigartigen Erdhäuser und Rundhäuser in der Provinz Fujian. Die schmucklosen Häuser wachsen wie riesige Pilze aus dem dunklen Grün der Berge und erinnern an UFOs. So mysteriös, dass die ersten ausländischen Besucher, CIA-Agenten, 1960 sogar eine "verdächtige chinesische Raketenbasis" vermuteten.

Tulou, Quelle: China Daily, Wang Ru

Provinz Fujian

Die Provinz liegt an der der Südostküste Chinas gegenüber von Taiwan. Sie ist flächenmäßig etwas größer als die frühere DDR, hat jedoch die doppelte Einwohnerzahl. Das Territorium ist bergig und waldig, das Klima subtropisch.

Die Provinz Fujian unterhält übrigens seit 1989 eine Provinzpartnerschaft mit Rheinland-Pfalz.

Naturschutzgebiet

Die Gegend mit dem Wu Ji Shan-Gebirge gehört zu den schönsten und ursprünglichsten Landschaften Chinas. Mit 570 Quadratkilometern ist es eins der größten Naturschutzgebiete der Welt. Spektakuläre Felsformationen, glasklares Wasser aus Felsen und saftig grüne Teeplantagen prägen das Bild. Vom Gipfel bietet sich ein Blick wie auf "eine auf Seide gemalte Landschaft".

3.000 Pflanzenarten, darunter 1.000-jährige Maulbeerbäume, und 500 Tierarten sind beheimatet. Der "Fluss der 9 Windungen" durchzieht die Landschaft. Auf Flößen erscheinen die Berge noch gewaltiger und geben den Blick auf Felsengräber frei.

Hier wächst der teuerste Tee Chinas, der Wu Ji Shan "Steintee".

Anreise nach Fujian

Über die internationalen Flughäfen in Xiamen und Fuzhou oder über die Luftfahrtkreuze Peking, Shanghai und Hongkong sind Flüge nach China möglich. Anschlüsse bieten chinesische Regionalfluglinien zu einem der größeren Flughäfen in den Städten Xiamen (193 km), Quanzhou (249 km), Sanming (205 km) und Dongshan (280 km). Die Entfernungsangaben beziehen sich auf Yongding (siehe Karte unten).

Eine Anreise mit der Bahn ist vom 880 Kilometer entfernten Shanghai möglich. Während dieser Chinareise lernen Sie Land und Leute kennen. Reisen Sie unbedingt Erster Klasse.

Volk der Hakka

Die ethnische Minderheit der Hakka zog während der Tang Dynastie (618-907 nach Christus) wegen großer Kälte aus Zentral-China in die subtropische Küstenprovinz Fujian. Dort bauten die Hakka runde Erdhäuser. Diese Tolou im Stil einer Festung sollten vor Räubern und wilden Tieren schützen. In Yongding stehen heute noch mehr als 4.360 dieser Miniaturfestungen.

Die Hakka sind fleißig, unabhängig und bildungsinteressiert.

Tolou, Erdhäuser und Rundhäuser

Die Außenwände der bis zu 5.000 Quadratmeter großen Gebäude sind entweder rund, wenige rechteckig. Die Wände aus Stampflehm, Stein und Kalk halten im Winter warm und kühlen im Sommer.

Erdwälle, Äste, Balken aus Holz, Klebreis, brauner Zucker und Bambus dienen als Baustoffe für das Fundament.

Fenster nach draußen dienten früher als Schießscharten. Über dem Eingang steht der Name des Familienclans.

Baustil der Rundhäuser

Im Zentrum des Rundhauses steht das wichtigste Gebäude, der Tempel zur Ahnenverehrung. Um ihn verteilen sich vier Stockwerke, die nach dem Hof offen sind. Von langen, offenen Gängen gelangt man in die Räume.

Die 4 Stockwerke auf circa 5.000 Quadratmetern sind funktional gegliedert und werden heute wie früher genutzt. Im Erdgeschoss befindet sich das Vieh, darüber sind die Futter- und Lebensmittelläger. Im dritten Stockwerk wird gewohnt und im vierten geschlafen.

Früher bewohnten 500 Menschen einer Großfamilie ein Rundhaus. Heute sind es manchmal nur noch 50. Für die gruppenorientierte chinesische Gesellschaft ist das Rundhaus ein idealer Bau für den Zusammenhalt und die Pflege des Gemeinschaftslebens.

"Der Prinz von Tulou" in Yongding (Zhencheng Lou)

Eins der schönsten Rundhäuser trägt den Namen "Der Prinz von Tulou". Seine herrliche Gestalt und sein einzigartiges Interieur erinnern an einen Prinzen.

Das Design ist durch die chinesische Bagua, ein achtseitiges Diagramm vom I Ching (Buch der Wandlungen), inspiriert.

Die 5.000 Quadratmeter große Fläche besteht aus einem inneren und äußeren Ring und einer zentralen Halle. Der äußere Ring hat vier Stockwerke mit je 48 Zimmern.

Der äußere Ring ist in acht Teile geteilt, wobei jede Seite einen Innenhof bildet und durch Feuermauern getrennt ist. Im Innenhof trocknen die Bauern noch heute ihren Mais in der Sonne.

Der Innenring hat zwei Stockwerke mit je 30 Zimmern. Eine Halle mit antikem griechischen Baustil ist für Familienfeiern, wie Hochzeiten, Beerdigungen und Besprechungen, vorgesehen.

Es gibt zwei Brunnen, im Osten den "Brunnen der Weisheit" und im Westen den "Brunnen der Schönheit". Wer das wärmere Wasser der Weisheit trinkt, wird klug. Das Wasser der Schönheit ist kühl und macht schön.

Zhencheng Lou ist die Heimat von 14 Familien der Großfamilie Lin. Die Mitglieder haben an Top-Universitäten in Japan oder China studiert. Einige ließen sich in Singapur oder Hongkong nieder und haben den Familienclan verlassen.

Tourismus in Yongding

1991 öffneten sich die Rundhäuser für Touristen. Die Familie Lin stellte die erste Reiseleitung in Yongding. Sie war für Fachleute und Touristen aus über 20 Ländern tätig.

Der Zustrom der Touristen hat das Leben verändert. Lin und andere Clan-Mitglieder führen ihre Großfamilie jetzt wie ein Unternehmen. Souvenirläden, Restaurants und Pensionen sind entstanden. Die lokale Regierung fördert die Erhaltung der alten Gebäude.

Video Rundhäuser in Fujian


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Tulou Fujian in Google Maps